Rebranding birgt Chancen, aber auch große Risiken. Ein wichtiger Punkt ist die Gefahr, bestehende Kunden zu entfremden. Marken, die sich stark verändern, riskieren, ihre treue Zielgruppe zu verlieren. Diese könnte sich nicht mehr mit der neuen Ausrichtung identifizieren. Auch Fehler in der Kommunikation oder das Überschreiten gesellschaftlicher Grenzen können einen Shitstorm auslösen. Ein Shitstorm ist ein massiver, meist negativer Aufruhr in sozialen Medien, der die Marke langfristig schädigen kann. Ein weiteres Risiko besteht darin, dass das Rebranding nicht die gewünschte Wirkung hat. Wenn die neue Botschaft oder das Design nicht klar sind oder die Zielgruppe verfehlen, sind die Investitionen umsonst. Ein schlechtes Timing – etwa in wirtschaftlich schwierigen Zeiten – kann das Vertrauen zusätzlich erschüttern.
Jaguar liefert ein aktuelles Beispiel. Die Marke hat ihren ikonischen Look geändert, um jünger und moderner zu wirken. Doch die Kampagne wurde als abgehoben und unpassend wahrgenommen. Der erste Werbespot zeigte keine Autos, sondern Models und bunte Outfits. Viele Nutzer kritisierten online, dass Jaguars Tradition ignoriert wurde. Problematisch wurde es, als der CEO die Kritik als „Hass“ abstempelte. Das wirkte, als wolle Jaguar nicht auf Kritik eingehen. Solche Reaktionen können die Situation verschärfen. Ob das Rebranding erfolgreich war, werden die Verkaufszahlen zeigen.
Das Beispiel zeigt: Marken dürfen ihre Zielgruppe nicht vernachlässigen. Und sie sollten Kritik als Chance zum Lernen sehen. Ein durchdachtes Rebranding stärkt die Marke und ihre Werte. So bleibt die Marke zukunftsfähig und erfolgreich.