Coronavirus:

 

Die infizierte Wirtschaft, ihre Folgen und Tipps

…das Risiko gilt es ernst zu nehmen, doch ohne Panikmache. Denn das Coronavirus wirkt sich gerade weltweit auf die Wirtschaft aus.

Die Sorge um die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus wachsen. Die Börsen reagierten bereits mit großen Verlusten und die weltweite Wirtschaftsentwicklung könnte sich laut der Industriestaaten-Organisation OECD halbieren! Dem hiesigen Handel droht der Coronavirus-Infarkt: Eine aktuelle Trendumfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) zeigt, dass insbesondere mittelständische Unternehmen unter sinkender Nachfrage der Kunden leiden. Denn in Deutschland werden Großveranstaltungen gemieden, Kitas und Schulen bleiben geschlossen, tausende Menschen müssen zu Hause bleiben. Aber ist das alles wirklich begründet?

Ja! Um Zeit zu gewinnen, sagt bspw. unser Gesundheitsminister Jens Spahn in seiner Regierungser­klä­rung zur Be­kämpfung des Corona­virus. Aber es gibt auch Mediziner, die verneinen. So zum Beispiel Dr. med. Wolfgang Wodarg, Lungenarzt und Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin sowie für öffentliches Gesundheitswesen und Sozialmedizin. Dr. Wodarg weist darauf hin, dass wir wirtlichen und persönlichen Schaden nehmen, ohne dass es medizinisch begründet wäre. Er meint:

  • Das Coronavirus ist keine plötzlich aufgetauchte Gefahr
  • Eine Studie in Glasgow (2005-2013) hatte bereits Coronaviren identifiziert
  • Covid 19 ist eine neue Variante dieser seit Jahren bekannten Viren
  • Coronaviren lösen bei jeder Grippe-Welle 7-15% der akuten Infektionen aus
  • Die addierten Fallzahlen liegen angeblich immer noch im Normbereich
  • Coronaviren spielten der Beobachtung in Europa bis dato keine Rolle

“Wir messen derzeit nicht die Inzidenz von Coronavirus-Erkrankungen, sondern die Aktivität der nach ihnen suchenden Spezialisten. (…) Allein dadurch, dass bei der Entdeckung einer Coronavirus-Infektion in deren Umgebung besonders intensiv gesucht wird, lassen sich viele regionale Häufungen bereits erklären.”

Dr. med. Wolfgang Wodarg

Die Expertenmeinungen gehen hier also stark auseinander. Lohnenswert ist deshalb ein Blick auf aktuelle nationale und internationale Studienergebnisse. So zum Beispiel die des Instituto Superiore di Sanità. Italiens oberstes Gesundheitsinstitut hat alle klinischen Daten der Opfer analysiert: Die deutlich am stärksten betroffene Altersgruppe sind die 80- bis 89-Jährigen. Drei Personen (0,8%) starben offenbar ausschließlich “am” Coronavirus. Alle anderen litten an mindestens einer schweren Vorerkrankung.

Ökonomen rücken zusammen

Medizinisch begründet oder nicht, immer wenn irgendwo in Deutschland ein Fußballspiel abgesagt, ein Urlaub storniert oder einer Veranstaltung fern geblieben wird, hat das tiefgreifende Folgen für die betroffenen Branchen: Ticketverkäufer, Reisebüros, Veranstalter, Cateringfirmen. In Berlin hat deshalb eine Allianz unterschiedlichster Wirtschaftsforschungsinstituten ein gemeinsames Papier mit Maßnahmen zur Eindämmung wirtschaftlicher Schäden vorgestellt. Die Ökonomen fordern, dass unbürokratische Unterstützungsmaßnahmen nötig sind. Ziel muss es sein, dass der Coronavirus nicht zu einer Insolvenzwelle für die deutsche Wirtschaft führt. Ein Auszug der Vorschläge:

Kurzarbeit
Die Ökonomen begrüßten die Lockerung zur Kurzarbeit. Sie halten diese Maßnahmen aber nicht für ausreichend.
Liquiditätshilfe
Als schnelle Maßnahme sei an eine “generelle Stundung fälliger Steuerzahlungen” zu denken.
ll
Solvenzhilfe
Die Einkommen- und Körperschaftsteuer sowie Mehrwertsteuersätze sollten reduziert werden.
Rettungsfonds
Als ultima ratio könnte sich der Staat mit Eigenkapital an Firmen beteiligen – analog zur Rettung der Banken in 2008/09.

“Die Aussichten auf wirtschaftliche Erholung sind insofern besser, als nach Ende der Epidemie schnell wieder Normalbetrieb aufgenommen werden könnte. Das setzt allerdings voraus, dass (…) negative Wirkungen mit andauernder Wirkung, wie eine Insolvenzwelle und vor allem größere Entlassungswellen, ausbleiben.”

Die zentrale Botschaft des Papiers lautet also: Es muss jetzt schnell gehen. Priorität der Bundesregierung sollte es sein, die “betroffenen Sektoren so weit wie möglich zu stabilisieren”, damit sich aus der derzeitigen ökonomischen Zwangspause einzelner Branchen “keine systemische Krise für die Gesamtwirtschaft entwickelt”. Es geht ja nicht nur um Großkonzerne, wie Lufthansa, die immense Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Sondern eben auch um das lokale Reisebüro oder Kino um die Ecke.

Tipps für den Handel

Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus hat die Bundesregierung einen Rettungsschirm für Unternehmen und Beschäftigte zugesagt: Angeblich wird nicht gekleckert, es wird geklotzt, versprachen uns Finanzminister Olaf Scholz und Wirtschaftsminister Peter Altmaier am 13.3.2020 in Berlin. Das bedeutet, Unternehmen können die jetzt fälligen Steuerzahlungen gestundet und die Zinsen darauf erlassen werden. Auch ist es möglich, Steuervorauszahlungen ab sofort unkompliziert herabsetzen zu lassen. Zusätzlich dazu macht es Sinn, Kunden und Kollegen die Angst zu nehmen und wichtige Fragen zu beantworten:

  • Desinfizieren verkürzt die Überlebenszeit des Virus auf unbelebten Oberflächen
  • Infektion durch Berühren von Oberflächen importierter Waren ist nicht bekannt
  • Der Umgang mit Bargeld stellt laut der EZB keine Infektionsgefahr dar
  • „OP-Masken“ bieten nur sehr eingeschränkt Schutz vor Infektionen
  • Die Verhaltensweisen sind mit denen zum Schutz vor Grippeviren identisch
  • Regelmäßiges Händewaschen für 20 Sek. unter laufendem Wasser mit Seife
  • Abstand von Menschen mit Husten, Schnupfen oder Fieber halten
  • Immunsystem durch Bewegung an der frischen Luft und Obst stärken

Panik ist ansteckend

Es ist wichtig, vom Panik- in den Realitätsmodus zu wechseln. Die interaktive Weltkarte, die von Forschern der John Hopkins University veröffentlicht wurde um einen Überblick über den Verbreitungsgrad des Coronavirus zu bieten, kann dabei helfen. Dadurch können Sie genau nachlesen, wie viele Infektionen es in den einzelnen Ländern und Regionen aktuell gibt. Neben der Weltkarte sind auch viele positive Zahlen ersichtlich, wie zum Beispiel die Anzahl der Genesenen.

Coronavirus-Live-Karte zeigt aktuelle Daten und Statistiken auf der ganzen Welt
© Coronavirus-Live-Karte, John Hopkins University

So sind von den 1.506.936 weltweit registrierten Fällen bisher 340.630 (Stand: 09.04.2020, 19:45 Uhr) wieder gesund. In Deutschland sind bei insgesamt mehr als 114.257 bekannten Infektionen bisher 46.300 Menschen genesen. Darüber hinaus sind erste Ergebnisse der Heinsberg Studie vielversprechend. Die Sterblichkeit liege, gemessen an der Zahl der Gesamtinfizierten, bei 0,37%. Die Johns-Hopkins-Universität weise einen fünffach höheren Wert von 1,98% aus. Weiterhin sind 15% sind immun, da eine zurück liegende Infektion vorliegt. Nun könne laut Virologe Hendrik Streeck in Heinsberg damit begonnen werden, die strengen Regeln kontrolliert zurück zunehmen.

Beispiele aus der Praxis

Wir haben 3 Positiv-Beispiele aufgeführt, wie auch kleine Unternehmen, die keine Presseabteilung besitzen, das Thema Coronavirus proaktiv angehen. Die als Vorteile verpackten Möglichkeiten können den Kunden vielfältig kommuniziert werden: In persönlichen oder telefonischen Gesprächen, direkt auf der Webseite, in der Beschreibung oder via eines Beitrags in Google My Business, per E-Mail, auf dem Postweg oder im Rahmen der Social Media Kanäle.

Gastronomie

Bieten Sie Ihren hungrigen Kunden einen Drive-In an! Telefonisch wird einfach eine Abholzeit vereinbart, zu der die Kunden vor der Tür parken. Sie bringen die bestellten Speisen dann direkt zum Auto. Beispiel: Wirtshaus Drive-In.

Tourismus

Weisen Sie Ihre Kunden auf kostenfreie Stornierungs-/Umbuchungsmöglichkeiten hin und dass eine Buchung ohne Risiko und aktuell sogar zu günstigeren Preisen möglich ist. Das lohnt sich! Beispiel: Reisebüro Die Reiserei.

Einzelhandel

Erwähnen Sie plakativ, dass Sie alle empfohlenen Hygienemaßnahmen einhalten und Ihre Mitarbeiter darin geschult sind, die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Beispiel: Warenhaus De Bijenkorf.

Jeden Winter gibt es eine Virus-Epidemie und immer haben Coronaviren ihren Anteil daran. Covid-19 ist die neue Form dieser Viren. In jedem Falle ist der Coronavirus ernst zu nehmen, auch weil er gerade zu einem Nachfrage- und Angebotsschock führt. Bewahren Sie deshalb einen kühlen Kopf, vertrauen Sie auf Fakten und informieren Sie sich beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) über mögliche Maßnahmen zur Unterstützung. Vielleicht hilft auch dieser Artikel ein wenig. Viel Erfolg!

77
Unsere Brains lassen sich was einfallen
77

Wir hören zu

Der Geburtsort unserer Agentur ist Berlin, doch sind wir unseren Kinderschuhen längst entwachsen. Übergreifendes Denken und Arbeiten gehören heute zu unserer Natur. Branchenerfahrung? Haben wir! Und zwar in unterschiedlichsten Bereichen. So können wir unseren Kunden maßgeschneiderte Lösungen bspw. zur Strategieberatung, Performance-Marketing oder Datenanalyse bieten. Melden Sie sich bei uns – gerne beraten wir Sie kostenfrei.

JANA HARTUNG
Strategy Director

get connected

BOOKaBRAIN kommt in Ihr Postfach! Abonnieren Sie unseren Newsletter und wir informieren Sie einmal im Monat zu spannenden Themen und nützlichen Trends aus dem Online-Marketing und verraten Ihnen, mit welchen Maßnahmen der Digitalauftritt Ihres Unternehmens wirklich erfolgreich wird.

Newsletter abonnieren

* Persönliche Daten werden verschlüsselt